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GEMA Berlin

Architektur, die Haltung zeigt, ohne laut zu sein

Ein Bürogebäude, das mehr leistet als flexible Nutzfläche: In Berlin Charlottenburg wurde gemeinsam mit der GEMA ein Arbeitsumfeld geschaffen, das ökologische Verantwortung und Nutzerkomfort verbindet.  Das Leitmotiv „Health & Well-Being“ prägt die Architektur vom Entwurf bis ins Detail, von der Materialwahl bis zur Raumqualität. In kollaborativer Zusammenarbeit wurden neue Wege gegangen, innovative Lösungen entwickelt und diese mit den vorgegebenen wirtschaftlichen Zielen in Einklang gebracht.

Rund 270 flexible Arbeitsplätze 


Low-Tech trifft Circular Economy  


Holz-Beton-Hybridbauweise mit hoher Rückbaubarkeit 


Photovoltaik in Fassade und Dach integriert 


CO₂-Emissionen um 80% reduziert 


DGNB-Zertifizierung Platin  angestrebt


Begrünte Dachterrassen mit Hochbeeten und Sitzmöglichkeiten 


Sinuston-Welle als gestalterisches Highlight 

Das Gebäude ist als T-förmiger Baukörper mit Vorderhaus und Flügel konzipiert und nutzt das Grundstück maximal aus. Diese Struktur ermöglicht maximale Flexibilität: Vom Zellenbüro über Open-Space bis hin zu Business-Club-Modellen sind unterschiedlichste Arbeitsformen realisierbar. Die Architektur schafft Orte für Konzentration und Begegnung gleichermaßen.

Ein gestalterisches Detail mit Identifikationskraft: Die Sinuston-Welle, als musikalisches Motiv passend zur GEMA, zieht sich durch die Erdgeschossfassade, den Treppenraum und die Deckengestaltung der Cafeteria. Sie macht die Verbindung von Funktion und Unternehmensidentität sichtbar.

Das Tragwerk des Neubaus besteht aus einer Holz-Beton-Hybridbauweise, die Fassade aus Holzrahmenelementen, in welche je nach Ausrichtung Photovoltaikelemente oder Keramiktafeln integriert sind. Diese Konstruktion verbindet hohe Dämmwerte mit Rückbaubarkeit, erneuerbaren Energien sowie einem hohen Designanspruch. Holz, Lehm, ökologische Dämmmaterialien und natürliche Belüftung schaffen ein gesundheitsförderliches Mikroklima und bietet zugleich gestalterische Qualität.

Der elementierte Holzrahmenbau mit mechanischen Verbindungen ermöglichen eine spätere Demontage und Wiederverwendung im Sinne der Kreislaufwirtschaft. Die Holz-Beton-Verbunddecken (HBV) wurden als vorgefertigte Module mit rund neun Metern Spannweite realisiert. Spezielle HBV-Verbinder bieten als verschraubtes offenes System vielfältige Anbau-Optionen. Das Ergebnis: flexible, lichte Räume, ressourcenschonend durch geringen Materialeinsatz und maximale Flexibilität bezogen auf Um- oder Rückbau.

Das passive TGA-Konzept setzt auf natürliche Belüftung und eine sensorgesteuerte Nachtauskühlung. Lehmwände speichern die kühle Nachtluft und geben sie tagsüber ab: emissionsfrei und energieeffizient. Mechanische unterstützende Systeme kommen nur in Sonderbereichen zum Einsatz. Eine Photovoltaikanlage ist sowohl in der Fassade als auch auf dem Dach integriert und unterstützt die Energieversorgung des Gebäudes.

Auch die Nachbarschaft profitiert: Ein öffentlich zugängliches Café im Erdgeschoss mit Bezug zum Außenraum schafft Aufenthaltsqualität und öffnet das Gebäude zur Stadt. Die Dachflächen sind begrünt und eine großzügige Dachterrasse mit Hochbeeten und Sitzmöglichkeiten steht den Nutzern als Erholungsraum im Freien zur Verfügung.

Rund 80 % weniger Emissionen als ein konventioneller Neubau: unter anderem durch einen hohen Anteil regionaler natürlicher Materialien, rückbaubarer Konstruktionen und ein Low-Tech-Konzept setzt GEMA Berlin ein Zeichen für nachhaltige Büroarchitektur. Das Gebäude zeigt, wie sich Nutzerkomfort, Flexibilität und ökologische Verantwortung verbinden lassen, und wie Architektur Haltung zeigen kann, ohne laut zu sein.

Projekt
GEMA Headquarter
Ort
Berlin
Auftraggeber
GEMA Immobilienverwaltung Wirtschaftlicher Verein & Co. KG
BGF
4.800 m²
Fertigstellung
2023
Nutzung
Büro, Cafeteria, Veranstaltungsräume
Auszeichnungen
DGNB Platin angestrebt