
Innovationscampus Colosseum Essen

Denkmalgeschütztes Industrieforum als Zukunftslabor für Zusammenarbeit
Das Colosseum Essen ist ein Haus mit Geschichte. Ein Raum, der Bewegung immer schon kannte: erst als industrielle Kraftmaschine, später als Bühne für Kunst und Publikum. Das neue Nutzungskonzept denkt diese Dynamik in die Zukunft: Der Innovationscampus bewahrt die historische Hülle und verwandelt das Innere in ein vielschichtiges Raumkontinuum, in dem Arbeiten, Forschen, Begegnen und Öffentlichkeit miteinander vernetzt werden.
Schwebende Cloud als kommunikatives Zentrum vernetzter Wege und Begegnungsorte
Haus‑im‑Haus‑Struktur für flexible Arbeits‑ und Forschungswelten
Offener Erdgeschossbereich für Kultur, Austausch und Öffentlichkeit
Rückbaubare Modulbauweise und sortenreine Materialien
Die räumliche Idee beruht auf drei ineinandergreifenden Systemen.
Erstens bleibt die historische Halle als große, lichte Raumhülle mit ihrem prägnanten Tragwerk erhalten. Zweitens fassen zwei seitliche Haus‑im‑Haus‑Strukturen den Raum und bieten vielschichtige Arbeitsumgebungen mit klarer Zonierung. Drittens entwickelt sich die Cloud im Zentrum als schwebendes Gefüge aus modularen Stahl-Holz‑Elementen, die an der Bestandskonstruktion abgehängt sind.

Das architektonische Konzept reagiert nicht mit einem großen Eingriff, sondern mit einem präzise entwickelten System aus Volumen, Plattformen und Wegen, das in den Bestand integriert wird. Der Entwurf respektiert die räumliche Eigenlogik der historischen Halle und stärkt sie, indem neue Strukturen als leichte Ergänzungen wirken.
Die Cloud bildet das räumliche und inhaltliche Zentrum des Campus, einen sozialen Raum für Begegnung, Interaktion und gemeinsames Arbeiten. Leicht, offen und sichtbar konstruiert, hängt sie an Stahlseilen in der historischen Halle. Ihre modulare Bauweise, bestehend aus einem Stahlskelett mit Holzausfachungen, unterstützt die Flexibilität und Zirkularität des Systems, das im Sinne des Cradle‑to‑Cradle‑Prinzips konzipiert und somit rückbau- und wiederverwendbar ist.

Die Konstruktion folgt konsequent einer zirkulären Planung. Stahl und Holz werden sortenrein geschichtet, Bauteile verschraubt oder gesteckt, Leitungen in aufgeständerten Systemen geführt, um spätere Umnutzungen oder Demontage zu erleichtern. Die Cloud versteht sich als wandelbares System: ein Organismus, der sich formbar an neue Bedarfe anpasst und Materialressourcen bewusst einsetzt.
Das Konzept entwickelt eine klare räumliche Dramaturgie: Im Erdgeschoss öffnet sich ein Marktplatz als offener, multifunktionaler Bereich für Ausstellungen, Vorträge oder kulturelle Programme. Darüber entwickelt sich eine Abfolge aus konzentriertem Arbeiten, Kollaboration, Kommunikation und Kreativität. Die Cloud markiert die Schnittstelle dieser Nutzungslandschaft. Sie verbindet Wege, schafft kurze Distanzen und bildet als räumlicher Körper Orientierung innerhalb des großen Hallenvolumens. Eine Cloud App wird zur digitalen Infrastruktur dieses Ortes. Sie steuert Zugang, Raumbuchungen und Austausch und verbindet physische und digitale Arbeitswelten.

Die historische Halle bleibt Identitätsträger und öffnet sich zugleich stärker nach außen als zuvor. Gastronomie, Lounge und Auditorium liegen an der Platzseite und schaffen ein aktives Entrée. Die Nutzungsmischung stärkt den Ort als Quartiersbaustein: ein Treffpunkt für Mitarbeitende, Besucherinnen und Anwohnende. Durch die Offenheit des Erdgeschosses kann der Campus, je nach Betriebskonzept, wie ein Marktplatz funktionieren.
- Projekt
- Innovationscampus Colosseum
- Ort
- Essen
- BGF
- 19.300 m²
- Wettbewerb
- 2020
- Nutzung
- Innovation Hub, Cloud‑Arbeitswelten, Labs, Open Spaces, Auditorium, Gastronomie, Community‑Flächen, Kultur‑ und Veranstaltungsbereiche
