
Konversion Jinyu Xingfa Science Park Beijing

Ein ehemaliges Zementwerk wird zum Wissenschaftscampus
Der Jinyu Xingfa Science Park im Nordosten Pekings zeigt, wie viel Potenzial in scheinbar überholten Strukturen von Bestandsgebäuden steckt. Jeder vorhandene Baukörper wurde als individuelle Ressource betrachtet, in seiner ursprünglichen Struktur weiterentwickelt und somit zum identitätsstiftenden Bestandteil des neuen Campus. 54 Gebäude der ehemaligen Zementfabrik mit insgesamt 70.000 m² BGF blieben erhalten. Darunter 18 massive Silos, die heute als Wohnungen und Begegnungsorte für Forschende genutzt werden.
36 Hektar Projektfläche für den multifunktionalen Wissenschaftspark am Rand der Huairou Science City.
54 Bestandsgebäude mit 70.000 Quadratmeter BGF wurden umgenutzt und jeweils individuell weiterentwickelt.
18 ehemalige Silos wurden zu Apartments und Begegnungsräumen umgebaut.
3 Neubauten ergänzen den Campus mit Bibliothek, Hörsaal und Sporthalle.
Leitidee: Maximaler Bestandserhalt und ein individueller Umgang mit der Substanz und Charakteristik jedes Baukörpers.
Ein besonderer Baustein des Campus ist die Umnutzung der einstigen Silos. Unter den zylindrischen Körpern sind Lounge-Bereiche, Cafés, kleine Läden und Konferenzräume entstanden. Darüber verbindet ein neu eingefügter Querriegel die Silos zu einem linearen Wohnensemble für Wissenschaftlerinnen und Professoren. Aus reiner Infrastruktur wird hier ein Ort des Austauschs und ein Symbol für die Transformation des gesamten Areals.
Die Leitidee des Entwurfs: Bestehende Strukturen nicht glätten oder standardisieren, sondern die Charakteristik jedes einzelnen Gebäudes erhalten und weiterdenken. Drei präzise gesetzte Neubauten, Bibliothek, Hörsaal und Sporthalle, ergänzen das Ensemble. Entstanden ist ein Ort, der aus dem Bestand heraus entwickelt wurde und neue Räume schafft. Das Projekt setzt damit ein Zeichen: als Modell für zukünftige Stadterneuerung und als Plädoyer für einen veränderten Umgang mit industrieller Baukultur in China.
36 Hektar misst das Gelände am Rand der Huairou Science City, dem Ort zwischen industrieller Vergangenheit und landschaftlicher Weite. Ein stillgelegtes Gütergleis zieht sich als lineares Rückgrat durch das Areal. Früher diente es dem Transport von Zement, heute verbindet es Labore, Wohnungen, Konferenzzentrum, Sporthalle und Cafés. Die Wegeführung folgt keiner starren Hierarchie. Stattdessen entstehen Übergänge, Sichtachsen und räumliche Durchlässigkeit. Mit fünf zentralen Funktionsbereichen – von Forschungseinrichtungen über Service und Verwaltung bis hin zu Wohnen und Büro – ist der Jinyu Xingfa Science Park als dicht vernetztes Gefüge gedacht.
Die Größe von Projekten verändert auch den Entwurfsprozess. Mit 36 Hektar und 54 Bestandsgebäuden stellte der Science Park andere Anforderungen als klassische Revitalisierungen. Statt sich auf einzelne Typologien zu konzentrieren, mussten Beziehungen geschaffen werden. Zwischen Gebäuden, Nutzungen, Freiräumen und Identitäten. Die Planung umfasste nicht nur die Architektur, sondern auch Masterplanung und Landschaftsgestaltung. Der Entwurf ist kein Plan aus einem Guss, sondern ein räumliches Geflecht. Entwickelt aus dem Ort, aus der Geschichte und aus einer Haltung heraus, die Bestand als Chance begreift.
- Projekt
- Konversion Jinyu Xingfa Science Park
- Ort
- Beijing
- Auftraggeber
- Beijing Jinyu Xingfa Science Co., Ltd
- Partner
- Beijing Institute of Architecture Design (BIAD)
- BGF
- 182.000 m² BGF
- Größe
- 36 ha Grundstücksfläche
- Leistungen
- Masterplanung, Architektur
- Fertigstellung
- 2024
- Nutzung
- Campus für Forschung, Wohnen, Freizeit und Lehre







Die Transformation der Silos zu einem Wohnensemble zeigt exemplarisch, wie industrielle Strukturen präzise in neue Nutzungen überführt wurden. Mehr über die Silos und ihre Rolle im Campus erfahren? Zum Projekt: Wohnen im ehemaligen Zementspeicher
