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Modellfabrik Papier Düren​

Reallabor für die Papierindustrie

Mit der Modellfabrik Papier entsteht ein Reallabor für die Papierindustrie, das die Entwicklung nachhaltiger Produktionsprozesse vorantreibt. Ziel ist es, den Energie- und Wasserverbrauch in der Papierherstellung zu senken und damit die CO₂-Emissionen der Branche nachhaltig zu reduzieren. Das Projekt wird durch Finanzhilfen des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen ermöglicht. Es wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages und ist Teil des Strukturwandels im Rheinischen Revier.

Technikum mit Servicegebäude als Nukleus des Innovationsquartiers Düren


Treiber der Transformation hin zu ressourcenschonenden Produktionsmethoden


Gefaltetes Holztragwerk als prägnantes architektonisches und statisches Element


Nachhaltigkeitskonzept mit angestrebter DGNB-Platin-Zertifizierung, Photovoltaik und Fassadenbegrünung

Der Neubau liegt im Herzen des Innovationsquartiers am Dürener Hauptbahnhof und bildet den Ausgangspunkt für ein neues Stadtviertel. Als Teil eines übergeordneten Masterplans schafft er eine Adresse mit großzügigem Vorplatz und bildet den Auftakt für den Campus, der mittels einer Promenade vernetzt ist und den Austausch zwischen Forschung, Wirtschaft und Öffentlichkeit fördert.  

Die Modellfabrik Papier gliedert sich in ein Technikum sowie ein Servicegebäude. Das Technikum ist als stützenlose Halle mit großer Spannweite konzipiert, um maximale Flexibilität für Forschungsszenarien zu ermöglichen. Das Servicegebäude ergänzt die Struktur um Büros, Labore und öffentliche Bereiche wie Cafeteria und Ausstellung. Gemeinsam bilden beide Teile eine funktionale Einheit.

Die Gebäudehülle des Technikums ist inspiriert von der Materialität und Struktur des Papiers. Sie ist an Ost- und Westseite durch ein gefaltetes Massivholztragwerk geprägt, das der Halle Struktur und Rhythmik verleiht. Die gestalterische und funktionale Logik der Faltflächen orientiert sich an Himmelsrichtung und Sonnenstand. Die nach Süden orientierten Fassadenfaltungen nutzen die Sonnenexposition für Fassadenbegrünungen, während die nördlich ausgerichteten Fassadenfaltungen direkte Sonneneinstrahlung verhindern und über hohe Fenster für gleichmäßiges diffuses Licht in der Halle sorgen.

Die Faltung der Fassaden wirkt statisch aussteifend. Durch diese Geometrie wird die Biegesteifigkeit erhöht und der Materialeinsatz um rund 35 Prozent reduziert. So entsteht ein ressourcenschonender Holzbau mit hoher Erdbebensicherheit, was für die Region in Erbebenzone 3 besondere Relevant hat.

Die Detailausbildung folgt dem Prinzip der Materialklarheit: Verkleidungen wurden vermieden, Fügungen sind einfach und demontierbar. Technik bleibt sichtbar und ist sorgfältig strukturiert integriert. Das Tragwerk kombiniert Holz und Stahlbeton in einer funktionalen Symbiose: Holz für Leichtigkeit und Dämmung, Beton für aussteifende Bauteile.

Das Projekt setzt auf ein ganzheitliches Nachhaltigkeitskonzept: Photovoltaikanlagen, Retentionsdächer und eine hocheffiziente Wärmepumpe ergänzen die passive Strategie der Holzhybridbauweise. Fassadenbegrünungen verbessern das Mikroklima, während Regenwassermanagement und Biodiversitätsflächen die ökologische Wirkung des Quartiers stärken.

Projekt
Modellfabrik Papier
Ort
Düren
Auftraggeber
WIN.DN GmbH
BGF
7.100 m²
Fertigstellung
2026
Nutzung
Technikum, Büro- und Laborflächen, Reallabor, Ausstellung, Meeting
Zertifizierungen
DGNB-Platin angestrebt