
Revitalisierung Holstein-Stadion Kiel

Maritime Identität trifft moderne Stadionarchitektur
Das Kieler Holstein-Stadion wird im laufenden Spielbetrieb zu einer bundesligatauglichen Arena transformiert. Das „neue“ Stadion versteht sich als identitätsstiftender Baukörper mit klarem Bezug zur maritimen Prägung der Stadt. Bewegung und Gemeinschaft werden gestalterisch inszeniert und es entsteht ein multifunktionaler Veranstaltungsort, der weit über den Spielbetrieb hinaus als Bedeutung entfaltet.
Revitalisierung mit Neubaucharakter: Transformation des fragmentierten Bestands zu einer bundesligatauglichen Arena
Maritimer Bezug: Rippenartige Dachtragstruktur als Reminiszenz an den Schiffsbau
Im laufenden Betrieb: der Spielbetrieb wird während der Bauzeit aufrechterhalten
Zum Weiterbauen geplant: Offene Stadionecken schaffen heute Blickbeziehungen und ermöglichen perspektivisch die Tribünenerweiterung
Dach als „kleines Kraftwerk“: vollflächige PV-Anlage zur Gewinnung regenerativer Energie für den Standort
Die Architektur des neuen Holstein-Stadions ist eine Hommage an die maritime Identität der Stadt Kiel. Die rippenartige Dachtragstruktur erinnert an Spanten und Kiel eines Schiffes und ist eine kraftvolle Metapher für Bewegung, Dynamik und Gemeinschaft. Sie verleiht dem Stadion eine unverwechselbare Silhouette und schafft gleichzeitig auch die statische Grundlage für eine flächendeckende Photovoltaikanlage auf dem Dach.
Aus einer fragmentierten Bestandsstruktur, welche die Lizenzauflagen der Bundesliga nicht erfüllt, entsteht ein zusammenhängender, bundesligatauglicher Baukörper mit Neubaucharakter. Gleichzeitig bleibt ein Teil der gewachsenen Substanz erhalten: Bestehende Containeranlagen für Kioske und Sanitärbereiche werden integriert, ebenso Teile der Infrastruktur und Verkehrswege. Diese Strategie verbindet wirtschaftliche Verantwortung mit Ressourcenschonung und sichert den laufenden Spielbetrieb während der Bauzeit.
Offene gläserne Stadionecken schaffen Blickbeziehungen zur Kieler Förde und verankern das Stadion im Stadtraum. Perspektivisch ermöglicht die Schließung der Ecken eine Erweiterung der Tribünen. Zwei konkrete Erweiterungsoptionen sind bereits mitgedacht, um die Kapazität bei Bedarf deutlich zu erhöhen. So bleibt das Stadion zukunftsgewand für wachsende Anforderungen und langfristige Nutzungsszenarien.


Das Hauptgebäude an der Nordseite bündelt auf fünf Ebenen alle zentralen Funktionen: Umkleiden, Trainingsbereiche, Hospitality- und Business-Zonen sowie Presse- und Vereinsbereiche. Seine flexible Raumstruktur ermöglicht unterschiedlichste Nutzungsszenarien, vom klassischen Spieltag bis zu Veranstaltungen, Konferenzen und Business-Formaten. Hospitality-Bereiche und Logen sind so konzipiert, dass sie auch außerhalb des Spielbetriebs als attraktive Event- und Veranstaltungsflächen genutzt werden können.
Die durchlaufende Ein-Rang-Tribüne, die nur zu Gunsten der Barrierefreiheit mittig eingeschnitten ist, schafft Nähe zum Spielfeld sowie eine dichte, gemeinschaftliche Atmosphäre für 22.087 Fans. Als durchgehende Fanwand bildet die Westtribüne das emotionale Zentrum, während umlaufende Promenaden als Aufenthalts- und Kommunikationszonen dienen.
Die Topografie wird sanft modelliert, sodass sich auf natürliche Weise barrierefreie Zugänge mit maximal drei Prozent Neigung ergeben, ohne zusätzliche Rampen oder technische Sonderlösungen. Inklusion ist kein Zusatz, sondern integraler Bestandteil der Gestaltung, von taktilen Leitsystemen über abgesenkte Kiosktheken bis hin zu einer „Toilette für Alle“. Barrierefreie Plätze sind gleichmäßig verteilt und ohne zusätzliche Rampen erreichbar, für ein inklusives Stadionerlebnis, das alle Fans einbezieht.
- Projekt
- Revitalisierung Holstein-Stadion
- Ort
- Kiel
- Auftraggeber
- Landeshauptstadt Kiel, Holstein Kiel, Generalübernehmer: ZECH Sports GmbH
- Partner
- ARGE HPP AX5
- BGF
- 12.400 m², Zuschauerplätze: 22.087
- Fertigstellung
- 2030


