
Stade de Casablanca

Ein Stadionkonzept, geprägt von lokaler Identität
Die kraftvolle Identität Marokkos bildet nicht nur Inspirationsquelle, sondern strukturelle Grundlage für den Wettbewerbsbeitrag des neuen Stade de Casablanca. Ornament, Landschaft und Kultur verschmelzen zu einem architektonischen Prinzip, das Form, System und Atmosphäre gleichermaßen bestimmt.
Außergewöhnliche Kapazität Mit rund 118.000 Plätzen eine der größten Stadionvisionen weltweit
Multifunktionale Nutzung In erster Linie Fußballstadion, aber auch nutzbar für Konzerte, Basketball, Volleyball oder Kartrennen
Radiales Tragwerksmotiv Das von marokkanischen Ornamenten inspirierte Strukturprinzip prägt den Charakter des gesamten Stadions.
Organische Geländestruktur Das Muster der Fassade setzt sich im Außenraum fort und verbindet Stadion und Umfeld mit Landschaft und Wegeführung.
Integrierte Besucherführung Neun funktionale Inseln bündeln Wege, Services und Logistik zu einem klaren, intuitiven System.
Die Ausschreibung und die Bedeutung des Stadions als Austragungsort der FIFA‑Weltmeisterschaft 2030 verlangt nach einer unverwechselbaren Idee. In den frühen Entwurfsstudien wurden zahlreiche Volumenvarianten untersucht, die sich von Kunst, traditioneller Architektur, nationale Symbolik und der Topografie der Umgebung leiten ließen. Mit Unterstützung parametrischer Visualisierungswerkzeuge entstand Schritt für Schritt eine Form, die das Spielfeld präzise umfasst und den Zuschauerraum wie selbstverständlich organisiert. Ihre Designsprache wirkt zugleich kulturell verwurzelt sowie zukunftsweisend nach vorne gerichtet.
Prägendes Element des Entwurfs ist das rautenförmige radiale Strukturmotiv. Achtzehn tragende Rahmen formen eine umlaufende Diagrid-Struktur, ein diagonales Raumtragwerk, das Lasten effizient verteilt und die architektonische Idee sichtbar macht. Zwischen den Traggliedern spannen sich blattartige Paneele auf, deren subtile Variationen ein feines rhythmisches Spiel erzeugen. Tragwerk, Fassade und Innenraum sprechen eine gemeinsame Architektursprache und verleihen dem Stadion seine unverwechselbare Identität.

Das Tragwerk gliedert sich in zwei klar definierte Ebenen, die präzise ineinandergreifen. Die Diagrid-Struktur bildet den räumlichen Grundkörper. Unterhalb spannt sich das Dachtragwerk als Seilsystem auf. Ein äußerer Druckring, ein innerer Zugring sowie radiale und diagonale Seile bilden eine leichte Konstruktion, die große Spannweiten zuverlässig überbrückt. Eine über das Seilnetz gelegte Membran schließt das Volumen und bildet den formgebeuden Baukörper des Stadions ab. So entsteht ein klar strukturiertes und Leichtigkeit vermittelndes Dach.

Die Leitidee des Musters setzt sich vom Stadion hinaus ins Umfeld und den Landschaftsraum fort. Wie das Licht einer traditionellen Lampe breitet es sich über die Topografie aus und unterlegt das Wegesystem der Erschließung. Der Entwurf nutzt dieses Muster zugleich funktional und atmosphärisch: als Orientierung, als Geländemodell und als Zeichen, das Architektur und Landschaft zusammenführt.

Im Erdgeschoss gliedern neun Inseln die öffentlichen Bereiche. Diese Inseln schaffen Orientierung und verbinden Aufenthaltsräume, Stände, Servicepunkte und Treppen zu einem offenen, einladenden Raumgefüge. Das Ergebnis ist ein Stadionraum, der Großzügigkeit und Zugänglichkeit vereint.

Mit Platz für rund 118.000 Zuschauerinnen und Zuschauer gehört das Konzept zu den größten Stadionentwürfen weltweit und macht die effiziente Organisation der Besuchermengen zu einem zentralen Bestandteil des Entwurfs. Das Zusammenspiel aus radialer Ordnung, organischer Geländelogik und einer klar lesbaren Erschließung zeigt, wie ein Stadion dieser Größenordnung intuitiv erfassbar bleiben kann. Die architektonische Idee verbindet Struktur, Funktion, Kultur und Atmosphäre zu einem konsistenten Ganzen.
- Projekt
- Stade de
- Ort
- Casablanca
- Auftraggeber
- Republic of Morocco, Ministry of Sports
- Partner
- KPF
- Wettbewerb
- 2024
- Nutzung
- Stadion für Fußball, Sport, Events und Konzerte, ergänzt durch Business‑ und Medienflächen



