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Konversion & Erweiterung Veranstaltungshalle Krefeld

Vom Industriedenkmal zum kulturellen Ankerpunkt

Aus einem stillgelegten Industriegebäude entsteht ein neuer kultureller Mittelpunkt mit zeitgemäßen Veranstaltungsräumen für die ganze Stadt. Die Revitalisierung des historischen Kesselhauses knüpft an die industrielle Materialität an und führt sie mit einer klaren räumlichen Logik, zeitgemäßer Technik und einem Neubau zusammen. Die Atmosphäre des Bestands bleibt spürbar und erhält zugleich eine neue funktionale Tiefe. 

Transformation eines historischen Kesselhauses aus den 1930er Jahren, das als multifunktionale Bühne neu interpretiert wird 


Zukunftsfähiges Kulturensemble durch Ergänzung eines Neubaus und Haus-im-Haus Konzept 


Gestalterische Verankerung im MiesvanderRoheBusinesspark und dem traditionsreichen Umfeld der Krefelder Moderne 


Vielschichtige Veranstaltungslandschaft ermöglicht flexible Nutzungen zwischen Sinfoniekonzert, Popmusik, Comedy und Tagungsbetrieb  

Der Umbau des Kesselhauses geht zurück auf den Sanierungsbedarf des Seidenweberhauses, Krefelds bisherigem Veranstaltungsort am Theaterplatz. In einem langen Prüfprozess wurden verschiedene Szenarien bewertet, bevor sich die Stadt für die Transformation dieses Bestandsgebäudes als Ersatz für das Seidenweberhaus entschied. Der Standort ermöglicht eine wirtschaftlich tragfähige Lösung und bindet das Projekt an ein Umfeld, das bereits kulturell und gewerblich genutzt wird. 

„Aus einem stillen Industriedenkmal wird ein lebendiger Ort für Krefelds Bürger, getragen von Visionen, Leidenschaft und dem gemeinsamen Willen, Geschichte und Zukunft miteinander zu verbinden.“ 
Antonino Vultaggio, HPP Senior Partner 

Die räumliche Identität des Projekts entsteht aus der großformatigen Industriekubatur des historischen Kesselhauses. Das Foyer nutzt diese bestehende Hülle und bildet den zentralen Verteilerraum des Gebäudes. Der Konferenzriegel ist ein eigenständiger Baukörper, der als „Haus im Haus“ in die große Bestandshalle hineingestellt wird. Er strukturiert das Foyer, indem er Zonen bildet, Wege lenkt und klare vertikale Bezugspunkte schafft. Eine Glasfuge markiert die Schnittstelle zum Neubau und macht die historische Schicht des Ortes sichtbar. 

In der historischen Turbinenhalle, die ihren ursprünglichen Charakter bewahrt, wird ein atmosphärisch starker Saal für Formate mit bis zu 350 Zuschauern untergebracht. Der große Saal im Neubau ist auf maximale Flexibilität ausgelegt und bietet Platz für größere Veranstaltungen mit unterschiedlichen Bestuhlungsvarianten und bis zu 1.050 Personen. Beide Säle liegen auf einer Ebene, sind horizontal über das Foyer angebunden und lassen sich unabhängig voneinander betreiben. So entsteht ein Ensemble, das den Bestand respektvoll einbindet und zugleich das kulturelle Angebot der Stadt deutlich erweitert. 

Die akustische Ausstattung des großen Saals ermöglicht unverstärkte Sinfoniekonzerte und erfüllt gleichzeitig die Anforderungen elektrisch beschallter Formate. Die Raumgeometrie, die Saalhöhe und die darauf abgestimmte Bühnentechnik bilden dafür die Grundlage. Das Foyer ist über zwei Ebenen organisiert und verbindet die Säle mit klaren Wegebeziehungen für unterschiedliche Publikumsströme. Barrierefreiheit wurde umfassend im Bestand und Neubau berücksichtigt und sichert die gleichberechtigte Nutzung der Veranstaltungshalle. 

Das Kesselhaus liegt auf dem ehemaligen Industriegelände der VerseidAG, deren Firmenbauten von Mies van der Rohe die architektonische Moderne in Krefeld mitgeprägt haben. Das Kulturensemble auf dem heute Mies‑van‑der‑Rohe‑Businesspark genannten Campus fügt sich in diesen Kontext ein. Der Neubau greift die industrielle Logik des Areals auf, indem er auf eine klare Geometrie, eine robuste Materialität mit Betonfertigteilfassade, sichtbare konstruktive Ehrlichkeit, funktionale Schichtung und eine zurückhaltende Einbindung in den Bestand setzt.  

Projekt
Konversion & Erweiterung Veranstaltungshalle
Ort
Krefeld
Auftraggeber
Stadt Krefeld, Totalübernehmer: KEVO GmbH & Co. KG, Generalübernehmer: HOCHTIEF Infrastructure GmbH Building NRW
BGF
8.400 m²
Fertigstellung
2031
Nutzung
Multifunktionales Kulturhaus mit zwei Sälen, Foyer, Konferenzbereichen, Back‑of‑House‑Zonen, Büros und Gastronomieflächen
Zertifizierungen
DGNB Gold angestrebt