
Yangpu Shipyard Area Shanghai

Historische Industrie neu vernetzt: Ein urbaner Impuls für das Yangpu-Ufer
Das Konzept übersetzt die historische Kraft des Yangpu‑Ufers in eine zeitgemäße, robuste Stadtstruktur. Die Idee der „Green Fiber Blocks“ verleiht dem Areal eine klare räumliche Logik und verknüpft Orte, Nutzungen und Bewegungsströme zu einem lebendigen urbanen Gefüge. Alte Identitäten werden nicht überformt, sondern in ein zukunftsweisendes Stadtsystem integriert: offen, vernetzt und vielseitig.
Reaktivierte Industriekulisse stärkt die Identität des Yangpu-Ufers als Wiege der Shanghaier Industriegeschichte „Green Fiber Blocks“ schaffen eine differenzierte städtebauliche Struktur und verbinden Wasser, Kultur und Innovation
Vier charakteristische Stadtbausteine formen ein neues, lebendiges Quartier mit unterschiedlichen Atmosphären
Zusammenhängende Freiräume steigern die Zugänglichkeit zum Huangpu River und öffnen das Quartier zur Stadt
Das Yangpu‑Areal zählt zu den Wiegen der Shanghaier Industriegeschichte. Schiffswerften, Wasserwerke und Textilfabriken prägten über Jahrzehnte den Charakter der Uferzone, hinterließen jedoch ein fragmentiertes und schwer zugängliches Stadtareal. Heute steht die Stadt vor der Herausforderung, über 180.000 Quadratmeter historischer Bausubstanz in den urbanen Alltag zu integrieren. Die Transformation setzt genau hier an: Sie öffnet das einst abgeschottete Gelände und macht seine Geschichte wieder erlebbar.


Die „Green Fiber Blocks“ bilden das strukturelle Rückgrat des Entwurfs. Der Begriff ist metaphorisch gewählt: Die Stadt wird wie ein Gewebe gedacht, dessen Fasern (Fibers) Wege, Räume und Nutzungen miteinander verbinden. Sie funktionieren wie ein feinmaschiges Netz, das Bewegungen leitet, Räume öffnet und historische Strukturen mit neuen Nutzungen verwebt. Durch ihre klare innere Logik entsteht ein städtebauliches System, das den überdimensionierten Industrieort auf einen menschlichen Maßstab herunterbricht und ihm eine neue räumliche Orientierung gibt.

Die räumliche Ordnung folgt einer klaren urbanen Strategie: Blockgrößen werden neu definiert, Nutzungen präzise zugeordnet und Dichten ausbalanciert. Die Architektur organisiert sich entlang einer Abfolge differenzierter Stadträume, von offenen Uferpromenaden bis zu intensiven Kultur‑ und Innovationsorten im Inneren. Verknüpfung von Alt und Neu geschieht nicht durch Kontraste, sondern durch ein integratives Gefüge, das historische Bauten als Ankerpunkte nutzt und sie programmatisch weiterentwickelt.
Die Transformation des Yangpu‑Ufers zeigt sich in vier klar definierten Blocktypologien, die jeweils eine eigene Atmosphäre ausprägen. Der „Waterfront Art Block“ öffnet die einst industrielle Uferkante und verbindet öffentliche Räume mit kulturellen Nutzungen. Der „Historical Cultural Block“ integriert zahlreiche historische Gebäude in ein fein abgestimmtes System aus Erhalt, Umnutzung und Ergänzung. Im „Commercial Block“ entsteht ein urbanes Zentrum aus Einkauf, Freizeit, Büros und Hotellerie mit vertikaler Raumorganisation. Der „Innovation Block“ bündelt Forschungs‑, Arbeits‑ und Wissensorte in einer vernetzten Struktur, die Austausch und neue Arbeitsformen fördert.

Der Entwurf stärkt die Uferzone als identitätsstiftenden Freiraum. Neue Zugänge zum Wasser, begrünte Promenaden, Höfe, Dachgärten und ‚pocket parks‘ formen ein vielschichtiges Freiraumsystem. Es unterstützt fußläufige Mobilität, schafft Sichtbeziehungen zum Fluss und verbindet die Quartiere miteinander. Die einstige Barriere zwischen Stadt und Huangpu River wird damit vollständig aufgelöst, ein zentraler Schritt für die urbane Aktivierung des gesamten Yangpu‑Ufers.

- Projekt
- Yangpu Shipyard Area
- Ort
- Shanghai
- Auftraggeber
- Yangpu Riverside Investment & Development Co., Ltd.
- Partner
- HPP + TJAD
- BGF
- 900.000 m²
- Größe
- 65 ha Areal
- Wettbewerb
- 2018
- Nutzung
- Wohnen, Kultur, Gewerbe, öffentliche Räume, Innovation & Forschung
- Auszeichnungen
- Golden Creative Award 2018 (Shipyard Area)
