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Ein lebendiger Stadtbaustein

Hochschule Ruhr West

Bauherr: BLB NRW, Münster / Standort: Mülheim an der Ruhr
BGF: 62.500 m² / Fertigstellung: 2016
Architektur: ARGE HPP / ASTOC / Auszeichnungen: Auszeichnung
guter Bauten 2017, BDA Mülheim, iF-Design Award 2017

Leistungen: Generalplanung, Architektur, Innenarchitektur

 

Im März 2011 erhielt die Arbeitsgemeinschaft HPP / ASTOC den Generalplanungsauftrag, auf einem 40.500 m² großen Areal den neuen Standort der Hochschule Ruhr West zu entwickeln.

Vorausgegangen war ein europaweites Bewerbungsverfahren mit zweistufigem Wettbewerb. Im Rahmen der Generalplanung wurden insgesamt 15 Fachingenieurbüros unter Vertrag genommen.

 

Erschließung und Einbindung
Der HRW-Campus und das angrenzende Parkhaus können im Süden mit der Straßenbahn und dem Individualverkehr erreicht werden. Im Norden ist der Campus über den Radweg mit der Innenstadt verbunden. Die Fahrradstellplätze befinden sich an zentralen Orten auf dem Campus und ermöglichen kurze Wege.

ASTOC-Rahmeplan Hochschule Ruhr West, Mühlheim an der Ruhr

Rahmenplan von ASTOC

Mit acht Gebäuden und fast 62.000 qm BGF erreicht der Campus die Dimensionen eines eigenständigen Quartiers. Vier Institutsgebäude, eine Mensa, ein Hörsaalgebäude und eine Bibliothek sowie ein Parkhaus entstanden auf dem ehemaligen Bahnareal.

Mit dieser Größe ist der neue Campus der Hochschule Ruhr-West in Mülheim an der Ruhr ein wichtiger Baustein in der Stadtentwicklung.

Außenaufnahme Hochschule Ruhr West Mülheim an der Ruhr

Zusammenspiel von Campus und angrenzenden Gebieten
Gelegen im Stadtteil Broich auf der Grenze zwischen einem Industrie- und einem Wohngebiet muss der Campus sich in ein heterogenes Umfeld einpassen. Die zwei- bis sechsgeschossigen Gebäude orientieren sich in Größe und Höhe an der benachbarten Bebauung und öffnen sich zu ihrer Umgebung. Großzügiger Freiraum erlaubt ein einfaches Durchqueren des Campus über verschiedene Achsen. So wird das Gelände zum Bindeglied zwischen den angrenzenden Wohn- und Gewerbegebieten.

Hochschule Ruhr West, Mühlheim an der Ruhr
Hochschule Ruhr West, Mühlheim an der Ruhr

Das Wohngebiet und die benachbarte Infrastruktur werden durch Veranstaltungen der neuen Hochschule und auch die vielen öffentlichen Räume des Campus belebt und aufgewertet, die nicht nur die Studenten zum Verweilen einladen und auch den Anwohnern für Freizeitaktivitäten zur Verfügung stehen.

Lehre wird sichtbar gemacht, urban eingebunden, sozial vernetzt und baulich kommunikativ.

Zusammenspiel von Sonder- und Institutsbauten
Ein wesentliches Gestaltungsmerkmal der zentralen Gebäude ist der Dialog mit den sie umgebenden Instituten. Bibliothek, Hörsaalzentrum und Mensa stellen besondere Orte auf dem Campus dar und sind von allen Seiten aus sichtbar. Der Speisesaal ragt über den Campus und bietet Blick auf die übrigen Gebäude. Die Bibliothek ist als Landmarke höher als alle anderen Bauten.

Hochschule Ruhr West, Mühlheim an der Ruhr
Hochschule Ruhr West, Mühlheim an der Ruhr

Zusammenspiel von Innen und Außen
Sämtliche Foyers der Institute befinden sich unter den Hochpunkten und haben direkten Bezug zu den Innenhöfen der Baufelder. Sie sind zum Zentrum hin angeordnet und beherbergen die Haupterschließung. Von ihnen aus werden die Nutzer im Erdgeschoß über großzügige Flure entlang der Höfe zu den Erschließungskernen geführt. Durch die bodengleiche und geschosshohe Verglasung im Erdgeschoss setzt sich der Campus im Inneren der Gebäude optisch fort. Der großformatige graue Betonsteinbelag geht im Gebäude in einen grauen Design-Sichtestrich über. Diese beiden Gestaltungsmittel vernetzen Foyers und Außenbereiche und sorgen für einen fließenden Übergang zwischen Innen und Außen.

Hochschule Ruhr West, Mühlheim an der Ruhr
Sonnenschutz Hochschule Ruhr West, Mühlheim an der Ruhr

Zusammenspiel von Form und Materialität
Das Ziel für die Fassadenprinzipien und -materialien der Institutsgebäude war ein modularer Eindruck, während die zentralen Gebäude großzügig und ökologisch-technisch erscheinen sollten.

Folglich folgen die Fassadentypen zwei unterschiedlichen, aber verwandten Prinzipien: Die Institutsgebäude erhalten eine Ziegelsteinfassade mit Fensterbändern und einem ausgeprägten Relief und die Zentralgebäude eine flächige Fassade mit vorgehängten Sichtschutzelementen. Die Farbgebung aus warmen Sandtönen und leuchtend roten Akzenten verbindet die beiden Gebäudetypen gestalterisch.

Der Campus: Eine Gebäudefamilie, vielfältige Nutzungsoptionen

Lageplan Hochschule Ruhr West, Mühlheim an der Ruhr

Den Kern des neuen Campus bildet ein zentraler Platz mit den drei Sonderbauten Bibliothek (5), Hörsaalzentrum (6) und Mensa (7), umgeben von den vier Institutsbauten (1-4), hier eingezeichnet mit zukünftig möglichen Erweiterungen. Mit dem Parkhaus (8) schließt der Campus im Osten ab.

Die Anforderung, in jedem Institutsbaukörper gleichzeitig Büro-, Seminar- und Laborfunktionen realisieren zu können, führte zu einer flexiblen und einfachen Struktur. Diese generiert wiederum ein identitätsstiftendes Ensemble aus hofartigen Strukturen, die miteinander verbunden werden können. Die Institute verfügen über zentrale, halboffene Höfe mit unterschiedlicher Orientierung, aber ähnlichen Proportionen und Konfigurationen. Form und Lage der Foyers ermöglichen Blickverbindungen zwischen den Höfen und dem Campus genauso wie die öffentliche Nutzungen der Plätze davor (z.B. ein Public-Viewing-Angebot auf dem Platz neben der Bibliothek).

Die Bibliothek ist vom Campus-Inneren und von der Straßenbahn kommend zugänglich. Die Struktur ermöglicht einen flexiblen Umgang mit den unterschiedlichen Nutzungslayouts. Optionale Lufträume verbinden jeweils zwei Geschosse und vermitteln Großzügigkeit bei wirtschaftlichen Geschosshöhen.

Das Foyer des Hörsaalzentrums öffnet sich sowohl zum Campus als auch zur Duisburger Straße. Erschlossen wird es über zwei Zugänge, von der Straßenbahn im Westen und von der Mensa im Norden. Über zwei repräsentative Treppenhäuser, die auch als Fluchttreppenhäuser dienen, gelangt man in die Obergeschosse, in denen Seminar- und Hörsaalräume um eine zentrale Fläche angeordnet sind.

Im Erdgeschoss der Mensa befinden sich Foyer, Cafeteria, Seminarräume und studentische Arbeitsplätze sowie Anlieferung, Lager- und Technikflächen. Über eine großzügige Freitreppe gelangt man in den Speisesaal im Obergeschoss, der direkt an die Küche angebunden ist. Eine große Öffnung im überhängenden Teil der Mensa sowie zwei einläufige Treppenabgänge gliedern den Speisesaal und ermöglichen eine Separierung des großen Saals in einzelne Kompartimente. Gleichzeitig belichtet die Öffnung den Platz unterhalb der Mensa und stärkt den Bezug zwischen Campus und Speisesaal.

Im Parkhaus der Hochschule stehen sich zwei in der Höhe versetzte Parkebenen gegenüber, die in Systembauweise umgesetzt sind.

Energie- und Ressourcenkonzept
Die Hochschulgebäude vereint ein minimierter Energie- und Ressourcenbedarf: Beheizt wird die Hochschule durch ein nahes Blockheizkraftwerk, die Temperierung des Gebäudes erfolgt über Heizkörper oder Betonkernaktivierung Außerdem ermöglicht eine Solarthermieanlage die Nutzung von Sonnenwärme.

Zukunftsfähiger Entwurf
Um die zukünftige Entwicklung zu sichern, erlaubt der Entwurf eine flexible Nutzung der Gebäude und ermöglicht eine optionale Erweiterung der BGF um 20 Prozent. 
Die zukünftige Baustelle für die möglichen Erweiterungen würde sich auf der campusabgewandten Seite befinden und somit einen reibungslosen Hochschulbetrieb gewährleisten. 
Eine spätere Erweiterung der verkehrstechnischen Anbindung über eine zweite Zufahrt von Norden ist möglich.

Innenaufnahme Hochschule Ruhr West Mülheim an der Ruhr

„Der neue Campus ist offen und transparent, er bietet optimale Lern- und Lehrbedingungen und viel Raum für Forschung.“

Prof. Gudrun Stockmanns, Präsidentin der HRW

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