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Rethinking

Architecture

The Cradle

Bauherr: INTERBODEN Gruppe / Standort: Düsseldorf / Bürofläche: 6.600 m² / Gastronomiefläche: 600 m² / Fertigstellung: 2022 / Auszeichnungen: MIPIM/The Architectural Review Future Project Award 2018, ICONIC AWARD: Innovative Architecture 2018, Sonderpreis BIM Heinze ArchitektenAWARD 2020

Leistung: Architektur

Im Düsseldorfer Medienhafen planen HPP Architekten für die INTERBODEN Gruppe Düsseldorfs erstes Bürogebäude in Holzhybrid-Bauweise - in vielerlei Hinsicht ein zirkuläres Pilotprojekt. Das Cradle-to-Cradle® (C2C) inspirierte Gebäude steht mit seinem zukunftsweisenden Nachhaltigkeitskonzept und seiner markanten Architektur für Innovation, Offenheit und ein neues Architektur-verständnis.

"Das ist so wirklich neu und dieses Neue muss sich ausprobieren können, um regelhaft zu werden.“

Cornelia Zuschke, Planungsdezernentin Düsseldorf
20
% weniger CO₂ über 50 Jahre verglichen mit dem DGNB-Richtwert für die Konstruktion
37
% weniger CO₂ über 50 Jahre verglichen mit dem DGNB-Richtwert für die Nutzung
1152543
kg CO₂ Einsparung des Holzbaus durch die Substituierung von Stahlbeton

Impulsgeber

für die zukunftsfähige Stadt

The Cradle verfolgt das Ziel, zu einer Wiege der Innovationen zu werden und Impulse für die Zukunft des Bauens zu setzen. Ein grundlegender Unterschied zu den gängigen Nachhaltigkeits-konzepten oder -zertifizierungen ist die dem Cradle-to-Cradle®-Prinzip innewohnende Positivität: Es geht um das Entwickeln positiver Wirkungen statt um die bisherige Reduktion negativer Einflüsse. So setzt sich The Cradle zum Ziel, durch Effektivität die Dinge besser zu machen und nicht nur durch Effizienz ‘weniger schlecht’.

 

Holistisch gedacht

Von Beginn an stand der holistische Ansatz im Vordergrund. In allen Prozessen entsteht durch das Denken in Kreisläufen ein Mehrwert für ökonomische, ökologische und soziale Aspekte - entlang der gesamten Wertschöpfungskette und des gesamten Lebenszyklus.

 

Integrale Fassade

Identität für den Ort

Die prägnante rautenförmige Struktur verbindet Fassade und Tragwerk und ist aus den Gegebenheiten des Ortes (Himmelsrichtung, urbaner Kontext, Verschattung, etc.) entwickelt. Parametrisch 3D entworfen, übernimmt das außen liegende Tragwerk durch seine unterschiedliche Dimensionierung in der Tiefe  ̶  je nach Himmelsrichtung  ̶  zusätzlich die Verschattungsfunktion. Materialität, Konstruktion und Geometrie sind auf diese Weise lesbarer Ausdruck inhaltlicher Themen. Die entstehende Tiefe von Tragwerk und Fassade führt in Richtung Hafenbecken und Vorplatz zur Ausbildung nutzbarer Loggien.

Holzbau

Gesundheit & ökologischer Fußabdruck

Das Gebäude ist als nachhaltiger Holzhybridbau in Elementbauweise konzipiert - bis auf die Untergeschosse, das Erdgeschoss und der Kern sind alle wesentlichen Bauelemente aus Holz. Das nachwachsende Material ersetzt fossile Rohstoffe wie Beton und Kunststoff, speichert im Wachstum Kohlenstoff und verbessert den CO₂-Fußabdruck des Projekts. Holz bietet dem Nutzer zudem eine gesundheitsfördernde, wohltuende Arbeitsatmosphäre und verringert die Aufheizung und die Gefahr der Ausbildung von Hitzeinseln.

Circular Economy

Das Gebäude als Materiallager verstehen

Im Sinne des Cradle-to-Cradle®-Gedankens („von der Wiege zur Wiege“) versteht sich das Gebäude als Materiallager. Alle eingesetzten Baustoffe werden hinsichtlich ihrer Materialgesundheit, Sortenreinheit und Trennbarkeit (‚Design für Demontage‘) geprüft und ausgewählt, sodass sie nach Gebrauch wiederverwendet (‚Re-use‘) oder in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden können. Dank Recycling kann das Abfallaufkommen signifikant reduziert und zur langfristigen Rohstoffverfügbarkeit beigetragen werden. Um während der Planung und Bauausführung die hohe Zirkularität des Gebäudes sicherzustellen, unterstützt die EPEA GMBH – Part of Drees & Sommer als Circular Engineer bei der ganzheitlichen Cradle-to-Cradle®-Umsetzung.

Alle in The Cradle verbauten Materialien werden über das 3D-BIM-Modell in einem Building Material Passport dokumentiert. Dieser ermöglicht die Optimierung der Materialauswahl in der Planung und stellt eine präzise Dokumentation der verfügbaren Materialien für den Rückbau sicher. Die Auswertung erfolgt hinsichtlich ökologischer Folgewirkungen wie Gesundheitsklasse, CO₂-Fußabdruck, Demontierbarkeit, Trennbarkeit von Materialien und Rezyklierbarkeit von Materialien und Produkten.

"Zusätzlich zu der hier ohnehin erfolgten Kooperation in BIM entstand eine weitere Ebene, auf der BIM und Nachhaltigkeit zusammengebracht werden."

Jury Sonderpreis BIM des Heinze ArchitektenAWARD 2020

Madaster

Material & Wert verknüpfen

Der digitale Zwilling bildet den gesamten Lebenszyklus ab - von der Entstehung über die Bewirtschaftung bis hin zum Abriss. So ermöglicht die zirkuläre Bauweise eine ganz neue Ebene der Wirtschaftlichkeit. Nach Fertigstellung wird The Cradle als erstes Pilotprojekt in Deutschland auf der Madaster-Plattform registriert – einem globalen Online-Kataster für Materialien und Bauprodukte. So wird es möglich, C2C zu monetarisieren, indem Material und Rohstoff-/Immobilienwert digital miteinander verknüpft werden. Dank der Anbindung von Madaster an die Rohstoffbörse können Gebäude als werthaltige Rohstoffdepots abgebildet werden.

Sharing Economy

Richtungsweisendes Mobilitäts- und Nutzungskonzept

Um das Thema Nachhaltigkeit möglichst konsequent umzusetzen, erhält The Cradle einen stationsgebundenen Mobility Hub. Hier wird den Gebäudenutzern unter Einbezug der Nachbarschaft ein primär auf E-Mobilität ausgerichtetes Angebot mit Ladestationen oder Car- und Bikesharing- Angeboten zur Verfügung stehen. Über die The Cradle App – die QuartiersApp Animus® – werden entsprechende Services und Informationen kommuniziert. Als einer der Mieter bietet der Co-Working-Anbieter SPACES flexible Bürolösungen für ein breites Nutzerspektrum an und öffnet The Cradle – neben den gastronomischen Flächen im Erdgeschoss – für die gesamte Nachbarschaft.

 

In der Umsetzung

Cradle-to-Cradle® Maßnahmen

Inspiriert vom Cradle-to-Cradle®-Prinzip wird in der Umsetzung von The Cradle nicht nur auf kreislauffähige Materialien zurückgegriffen, sondern ein ganzheitlich zirkulärer Ansatz zugrunde gelegt. Neben dem klassischen Planungsprozess werden in integraler Zusammenarbeit aller Fachdisziplinen bewährte Lösungen infrage gestellt, neue Wege gesucht und innovative Ansätze entwickelt. Eine dazu erstellte Maßnahmenmatrix dient als Werkzeug, um alle Maßnahmen der sieben Cradle-to-Cradle®-Prinzipien abzubilden, sie in Kategorien zu unterteilen und den entsprechenden Prozess zu katalogisieren: 

  • Einsatz von gesundheitsfördernden & schadstofffreien Materialien (z.B. VOC-arm, giftfrei) 
  • Verzicht auf Inhaltsstoffe der "Banned List of Chemicals" (z.B. Verzicht auf Teppichklebstoffe, PVC)
  • Feinstaubfilterung durch grüne Wände, Aktivkohlefilter und feinstaubabsorbierende Bodenbeläge 
  • Holzhybridbauweise (Holz als natürlicher CO₂-Speicher)
  • Luftverbesserung im Medienhafen: z.B. Gründach als Feinstaubfilter
  • Sharing-Konzepte: Co-working & multimodale Verkehrsangebote mit E-Car- und E-Bike-sharing 
  • 'Design für Demontage' & Modulare Bauweise
  • Stecken & Schrauben statt Kleben
  • Demontagefähigkeit, Trennbarkeit, Rezyklierbarkeit & Giftfreiheit der Materialien zur Rückführung in den Stoffkreislauf
  • Größtmöglicher Rückgriff auf Cradle-to-Cradle®-zertifizierte oder vergleichbar nachhaltige Produkte
  • Dokumentation und Verortung der Materialien im Building Material Passport 
  • Registrierung auf der Madaster-Plattform 
  • Integrale Fassade ermöglicht in den Regelgeschossen den Verzicht auf außenliegenden Sonnenschutz
  • Nistkästen und Insektenhotel auf dem Dach fördern städtische Biodiversität
  • Flexibles und zukunftsfähiges Nutzungskonzept durch modularen Innenausbau (flexibles Ausbauraster, Systemtrennwände, sichtbare Installation, Stehleuchten etc.)
  • Zugang des Gebäudes durch die Integration öffentlicher Nutzungen
  • Entlastung der Umwelt durch Regenwasserspeicherung und Grauwassernutzung
  • Retentionsdach zur lokalen Wasserspeicherung, nachhaltigen Bewässerung der Gründächer und verlängerter Wärmeschutz durch die Nutzung von Verdunstungskälte
  • Grauwassernutzung - Aufbereitung gering verschmutzten Abwassers für die WC-Spülung
  • Wassersparende Sanitärelemente
  • CO₂-Monitoring - CO₂-Melder warnt bei zu geringem Sauerstoffgehalt und erhöht die Frischluftzufuhr
  • Verbesserung Stadtklima: Förderung der Elektromobilität, Holzhybridbauweise & Gründach (natürliche CO₂-Speicherung und Umwandlung) leisten einen Beitrag zur besseren Luftqualität der Stadt; durch Regenwasserspeicherung und kontrollierte Abgabe wird die städtische Aufheizung reduziert
  • Verbesserung Innenraumklima: grüne Wände, Lehmwände, feinstaubabsorbierende Bodenbeläge, Feinstaub-Aktivkohlefilter
  • Nutzung von Fernwärme
  • Photovoltaik-Anlage auf dem Dach - Strom wird zum Aufladen der Elektro-Autos und Pedelecs in der Tiefgarage genutzt
  • Lichtsteuerungssysteme mit Präsenzmeldern
  • Effizienter Gebäudebetrieb
  • Anpassungsfähigkeit an zukünftige Nutzungsbedürfnisse
  • Monetarisierung des Rohstoff-Restwertes durch Material Building Passport und Madaster

Qualitätsstandards

Basierend auf den Erfahrungen im Projekt ist das Mindset des "Rethinking" und "Circular Thinking" seitdem Grundlage bei allen neuen Projekten. 

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