
BMZ Berlin

Ein Ministerium als Teil der Stadt
Der Campusentwurf versteht das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung als offenen, bürgernahen Ort. Die Architektur verknüpft Arbeitswelt und Stadtgesellschaft und schafft Räume für Begegnung, Kommunikation und internationale Zusammenarbeit.
Neubaukonzept für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Berlin
Stadtfenster und Innenhöfe als innenliegende Außenräume sorgen für Licht, Luft und grüne Aufenthaltsqualität
Urbane Resilienz durch architekturintegrierte Nachhaltigkeitskonzepte
Die städtebauliche Disposition ergänzt das Europahaus und das Deutschlandhaus zu einem klar gefassten Campus. Zwei kompakte Neubauten bilden mit den Bestandsgebäuden ein einladendes Ensemble, das sich harmonisch in die Umgebung einfügt.

Die vier bis zu 15 Meter breiten und drei Geschosse hohen „Stadtfenster“ durchbrechen die Baukörper und öffnen sie zur Stadt. Gemeinsam mit den Innenhöfen bilden sie innenliegende Außenräume, die Licht und Luft tief ins Gebäude bringen und natürliche Querlüftung ermöglichen. In den großzügigen Einschnitten entstehen bepflanzte Terrassen, die das Mikroklima verbessern und als grüne Aufenthaltsbereiche im Freien dienen. Als Zeichen der Offenheit stehen die Stadtfenster für ein bürgernahes Ministerium und vernetzen die ministerielle Arbeitswelt visuell mit der Stadtgesellschaft.
Ein zweigeschossiger Sockel mit öffentlichen und halböffentlichen Funktionen bildet die Basis. Darüber entwickeln sich die Bürogeschosse als vertikaler Campus. Offene Treppen in großzügigen Lufträumen verbinden die Geschosse und fördern die Vernetzung über Abteilungen hinweg. Kollaborationsflächen, Meetingräume und Social Spaces sind unmittelbar an diesem vertikalen Hub angeordnet.

Das Tragwerk nutzt Holz als Hauptstruktur und reduziert so den Einsatz energieintensiver Materialien. Beton kommt nur dort zum Einsatz, wo er technisch unverzichtbar ist: als dünne Aufbetonplatte für Schallschutz und Speichermasse sowie im Sockel für Aussteifung und Brandschutz. Diese Kombination senkt den CO₂-Fußabdruck gegenüber Vollbeton erheblich, ermöglicht Spannweiten bis 7,50 m und kurze Bauzeiten. Ein System, das Materialeffizienz und Tragfähigkeit intelligent vereint.

Das Konzept integriert technische Lösungen direkt in die Architektur: Thermisch aktivierte Bauteile und wasserbasierte Systeme in Lehmschichten von Decken + Wand Hausstruktionen sorgen für Strahlungskomfort und Feuchteregulierung ohne energieintensive Technik. Retentionsdächer und Zisternen übernehmen Regenwassermanagement und Bewässerung. Stadtfenster und Dachterrassen schaffen eine „Grüne Lunge“ und natürliche Belüftung. Zudem erzeugen Photovoltaik-Module Strom, Wärmepumpen und geothermische Quellen sichern Heizung und Kühlung.

- Projekt
- BMZ
- Ort
- Berlin
- Auftraggeber
- Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA)
- Wettbewerb
- 2024
