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FOUR Frankfurt


Ein vertikaler Stadtbaustein
FOUR Frankfurt transformiert ein innerstädtisches Areal, das fast ein halbes Jahrhundert lang verschlossen war, in ein offenes und vielfältig genutztes Quartier, die “City for all”. Die vier Türme bilden ein Ensemble, das Wohnen, Arbeiten, Hotelnutzung, Gastronomie und soziale Infrastruktur eng miteinander verwebt. Aus einem monofunktionalen Bankenstandort wird ein lebendiges Stadtqurtier, das unterschiedliche Nutzergruppen, Wegebeziehungen und Lebensrhythmen zusammenführt.
Vier Türme mit einem verbindenden Podium als räumlicher Drehpunkt
Öffentlich zugängliche Freiräume inmitten eines zuvor 45 Jahre geschlossenen Innenstadtareals
Maximaler Nutzungsmix mit 47% Büros, 36% Wohnungen, 12% Hotels & Serviced Apartments sowie 5% Einzelhandel, Gastronomie, Kindertagesstätte, Fitness, Wellness, Gesundheit
Modularisierte Planung mit über 90 digitalen Modellen für effiziente Koordination und präzise Umsetzung
Komplexe Baustellenlogistik im belebten Stadtkontext: bis zu 150 Lkw‑Anlieferungen und 2.000 Arbeiter pro Tag
Nachhaltiger Pilot: DGNB Rückbau-Zertifikat als erstes deutsches Projekt erhalten & erstmalige Umsetzung DGNB „Vertical Cities“
Mehr als 45 Jahre lang war das ehemalige Areal der Deutschen Bank vollständig abgeschlossen und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. FOUR Frankfurt öffnet es und vernetzt sich auf vielen verschiedenen Ebenen mit dem Umfeld. Die mehrgeschossige Sockelzone verbindet die Türme, organisiert Wege und Funktionen, schafft zusammenhängende öffentliche Bereiche sowie Grünflächen und bildet ein durchlässiges Raum + Wegesystem für das gesamte Quartier sowie den weiteren Innenstadtbereich. Das Projekt wird dadurch zum dynamischen Mittelpunkt eines 15-minütigen Fußgängerradius.

Öffentliche Terrassen, Wege und Plätze schaffen neue Räume für Begegnung, Bewegung und Veranstaltungen. Das Quartier ist vollständig fußläufig erschlossen und über den ÖPNV optimal angebunden. Die Mischnutzungen erzeugen eine Vielfalt, die über den Tag und in die Abendstunden wirkt. FOUR Frankfurt ist damit weniger ein klassisches Hochhausprojekt als vielmehr ein innerstädtisches Ökosystem, das Wohnen, Arbeiten, Aufenthalt und Versorgung miteinander verbindet.
Zwei Türme, darunter einer der höchsten Bürotürme Deutschlands, bieten flexible Arbeitswelten. Die Flächen sind flexibel organisierbar und auf langfristige Nutzungszyklen ausgelegt: Klare Rasterlogiken ermöglichen effiziente, vielseitig teilbare Grundrisse; Modulare Ausbaukonzepte erlauben unterschiedliche Arbeitsplatzkonfigurationen ohne großen Eingriff in die Gebäudestruktur; Die Aufteilung in Landlord‑ und Tenant‑Fit‑out sorgt für berechenbare Ausbaustrategien und hohe Anpassbarkeit in späteren Mietzyklen. Die Bürotürme eine deutlich sichtbare Adresse in der Skyline, die neue Mitte Frankfurts.

Die Wohn- und Hoteltürme eröffnen ein breites Spektrum urbaner Lebens- und Aufenthaltsformen. Unterschiedliche Wohnungs- und Zimmertypologien, ergänzt durch Longstay‑Angebote, ermöglichen ein Nebeneinander verschiedener Wohnformen im Zentrum der Stadt. Beide Nutzungen sind eng mit den öffentlichen Bereichen im Podium verknüpft und profitieren von kurzen Wegen zu Gastronomie, Versorgung, Fitness und Dienstleistungen. Die vertikale Organisation schafft Abstand zum Straßenraum und gleichzeitig starke Blickbezüge zur Stadt.
Die Umsetzung eines Ensembles dieser Größe erforderte eine klare Strukturierung der Planungsprozesse. Die ARGE UNS + HPP entwickelte eine modulare und BIM‑basierte Arbeitsweise, die das Projekt in bearbeitbare Einheiten aufteilt. Über 90 digitale Modelle, darunter 38 Hauptgeometriemodelle, strukturierten die Planung nach Realteilen, Geschossen, Funktionen und Ausbaustufen. Diese digitale Konsistenz war Voraussetzung, um das Hochhausensemble trotz komplexer räumlicher Bedingungen synchron zu planen.
„Die bewusste Entscheidung für die Open‑BIM‑Planungsmethodik, die Aufteilung in digital handhabbare Teilmodelle und modulare Vorgaben sowie die frühzeitige Definition von Vorfertigungsoptionen waren die Grundlage für eine erfolgreiche Planung.“
Werner Sübai, Senior Partner HPP
Die Fassade reagiert auf die differierende Nutzung, Orientierung und Wahrnehmungsdistanz durch variierende Modultiefen, Verglasungsanteile und Pixelstrukturen. Mit rund 100.000 Quadratmetern Fassadenfläche und etwa 20.000 Elementen war die Entwicklung eines klar codierten Modulsystems entscheidend. Unterscheidbare Modultypen – öffnend, geneigt, gebogen, opak oder transparent – wurden in einem komprimierten Element Katalog zusammengeführt. Die Systematisierung hielt die architektonische Vielfalt des ursprünglichen Entwurfs aufrecht, während die Präzision der Ausführung gesichert wurde.
Das Baufeld liegt inmitten dichter Innenstadtstrukturen. Täglich mussten Materialströme, Fertigteile, Technik- und Ausbaumoduleauf engstem Raum logistisch koordiniert werden. Ein hoher Vorfertigungsgrad, von Konstruktion bis zu Ausbaumodulen, verkürzte Bauzeiten und minimierte Störungen im Umfeld. Dadurch konnte ein Rohbaugeschoss in vier bis fünf Tagen hergestellt werden.
Für den Rückbau der Bestandsgebäude erhielt das Quartier ein DGNB RückbauZertifikat, das erstmals in Deutschland vergeben wurde. Dieses bestätigt, dass Materialien sorgfältig getrennt, Schadstoffe fachgerecht entfernt und Teile z.B. der denkmalgeschützten Fassaden, für eine spätere Wiederverwendung ausgebaut wurden.
Als Pilotprojekt für das DGNBNutzungsprofil Vertical Cities verfolgt FOUR zudem ein Zertifizierungssystem, das Gebäude und Quartier gemeinsam bewertet. Ein umfassender Katalog von Einzelmaßnahmen greift dabei ineinander; so die erneuerbare Energieerzeugung durch Geothermie, smarte digitale MonitoringSysteme oder umfassende Biodiversitätskonzepte. Insgesamt stehen über 2.300 Fahrradstellplätze zur Verfügung.
Die Umsetzung dieser vertikalen Stadt erforderte ein Höchstmaß an Koordination, Disziplin und gestalterischer Klarheit. Durch die enge Zusammenarbeit der ARGE UNS + HPP mit den Fachplanern, dem Bauherrn und einem internationalen Planungsteam entstand ein Quartier, das technische Komplexität, stadträumliche Verantwortung und nutzerorientierte Vielfalt miteinander verknüpft.
- Projekt
- FOUR
- Ort
- Frankfurt am Main
- Auftraggeber
- Groß & Partner Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH
- Partner
- Entwurf: UNStudio / Planung & Umsetzung: ARGE UNS + HPP
- BGF
- 290.000 m²
- Fertigstellung
- 2026
- Nutzung
- Wohnen, Büro, Hotels, Gastronomie, Einzelhandel, soziale Infrastruktur, öffentliche Räume
- Zertifizierungen
- DGNB Rückbau-Zertifikat, DGNB „Vertical Cities“






