
Justizzentrum Köln

Ensemble für Klarheit und Nähe
Das neue Justizzentrum Köln präsentiert sich als offenes Gebäudeensemble, das sich bewusst in das urbane Leben einbindet. Mit seiner transparenten Architektur und der klaren Gliederung entsteht ein Ort, der bürgernahe Rechtsprechung sichtbar macht und zugleich Vertrauen schafft.
Identitätsstiftende Stadtbausteine, die Bürgernähe und Grünraum-Vernetzung fokussieren
Transparenz und Diskretion: Sensible Bereiche und offene Architektur ergänzen sich unter einem Dach
Erster Preis im städtebaulichen Wettbewerb 2022 und im Realisierungswettbewerb 2024
Bereits im städtebaulichen Wettbewerb überraschte der horizontal konzipierte Entwurf statt vertikaler Hochhausbildung und überzeugte die Jury. Das Bestandshochhaus ist aus energetischen und funktionalen Gesichtspunkten abgängig.
In der architektonischen Ausarbeitung bilden fünf gegeneinander versetzte Baukörper mit Innenhöfen ein Ensemble, das sich sensibel in das heterogene Umfeld einfügt und eine quartiersgerechte Maßstäblichkeit wahrt. Ein zentraler Vorplatz führt schwellenlos zum Haupteingang. Das zweigeschossige Foyer öffnet sich zum Innenhof und verbindet über eine Magistrale alle Funktionsbereiche, von Sitzungssälen bis zu Bürobereichen, Amts- und Sozialgericht sowie Staatsanwaltschat.


Die Zivil- und Strafsitzungssäle stehen im Zentrum des Entwurfs. Die Besuchenden werden im zentralen Foyer im Erdgeschoss empfangen. Vertikal um die Atrien sind die Gerichtssäle angeordnet. Großzügige Wartezonen und offene Treppen schaffen Blickbeziehungen und fördern Öffentlichkeit, während die Innenhöfe den Sitzungssälen Schutz und Diskretion bieten.

Der Neubau ist nicht nur funktional und organisatorisch gegliedert, sondern auch gestalterisch und konstruktiv: Land- und Amtsgericht sowie Staatsanwaltschaft werden in Holzhybridbauweise, Sitzungssäle in Stahlbetonbauweise ausgeführt. In den Verwaltungsbereichen kommt eine Holz-Lehm-Konstruktion zum Einsatz: Holz trägt die Hauptlasten, Lehm sorgt für Stabilität, Schalldämmung und Feuchtigkeitsregulierung.

Der Freiraum verknüpft die urbane Struktur im Süden mit dem Inneren Grüngürtel im Norden. Durch das Versetzen der Baukörper zueinander entsteht ein Wechselspiel zwischen bebauter Raumkante und Grünraum, sodass sich das Ensemble mit den angrenzenden Freiflächen verzahnt. Grüne Innenhöfe und Dachflächen fördern die Biodiversität zusätzlich.

Das Justizzentrum Köln setzt auf ganzheitliche Nachhaltigkeit. Holz-Lehm-Konstruktionen reduzieren den CO₂-Fußabdruck und schaffen ein gesundes Raumklima. Photovoltaikmodule auf Dach und Fassade sowie ein effizientes Energiekonzept mit Wärmepumpe und Erdluftwärmetauscher senken den Energiebedarf erheblich. Regenwassermanagement und naturnahe Freiräume ergänzen das ökologische Konzept.
- Projekt
- Justizzentrum
- Ort
- Köln
- Auftraggeber
- Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW
- BGF
- 120.500 m²
- Fertigstellung
- 2041
- Nutzung
- Amtsgericht, Landgericht, Staatsanwaltschaft, Sitzungssäle, Verwaltung
