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Kulturzentrum und Rathaus Piaseczno

Begegnungsraum für Stadt, Kultur und Gemeinschaft

Das Projekt versteht Architektur als Katalysator zwischen urbaner Identität und landschaftlicher Weite. Das neue Kulturzentrum und das neue Rathaus bilden ein Ensemble, das aus der Logik der Stadt wächst und zugleich bewusst Offenheit zur umgebenden Parklandschaft sucht. Die Architektur wird Vermittler, der Bewegung, Begegnung und kulturelles Leben selbstverständlich integriert. 

Zwei Herzen, ein Ensemble: Rathaus und Kulturzentrum verbinden sich über klare räumliche Bezüge zu einem gemeinsamen Gefüge 


Städtischer Resonanzraum: Offene Foren, Höfe und durchgängige Wegenetze verknüpfen Stadt, Natur, Kultur und Gesellschaft 


Zentraler Kulturkern: Foyer und zwei multifunktionale Säle bilden für 800 und 200 Besucher bilden das Herz des Kulturzentrums  


Leitender Verwaltungsort: Das Rathaus bündelt alle wichtigen Einrichtungen der Stadtverwaltung und integriert den repräsentativen Sitzungssaal des Stadtrats

Piasecznos historisches Zentrum ist geprägt durch kleinteilige Gebäude, klare Straßenräume und eine starke Verzahnung mit dem Park der Herzöge von Masowien. Das Projekt knüpft exakt dort an: Es interpretiert Typologien, Höhen und Materialität der Nachbarschaft neu und überführt sie in eine zeitgemäße, differenzierte Struktur. Bestehende Parzellen, historische Gebäude und der Fluss Perełka werden aktiv eingebunden, sodass ein neues, aber verwurzeltes Stück Stadt entsteht. Die Dachlandschaften, teils begrünt, teils geneigt, interpretieren die Silhouetten der Nachbarschaft und verbinden das Ensemble harmonisch mit seinem Umfeld. 

Die Komposition bildet eine Abfolge von Höfen, Plätzen und Durchgängen. Zwei zentrale Räume, das Foyer des Kulturzentrums und die Agora des Rathauses, fungieren als räumliche Schaltstellen zwischen öffentlichem Stadtraum und Parklandschaft. Ein zentraler, öffentlich zugänglicher Hof bildet die räumliche und funktionale Verknüpfung zwischen Kulturzentrum und Rathaus. Er schafft Passagen, Aufenthaltsqualität und bietet Raum für kulturelle Aktivitäten im Freien. Über eine mobile Vorhangfassade kann der Hof in die Bühne des Multifunktionssaals übergehen.  

Die Fassaden von Kulturzentrum und Rathaus unterscheiden sich klar: Zur Stadtseite zeigt das Kulturzentrum dichte, vertikale Betonelemente mit einem feinen, fast textilen Rhythmus, während das Rathaus mit markanten, vertikal proportionierten Betonsäulen eine ruhige, institutionelle Präsenz formuliert. Zur Parkseite treten beide Gebäude mit wärmerer Materialität in Erscheinung. Das Rathaus erscheint mit überwiegenden Holzfassaden stark in den Grünraum eingebettet, während das Kulturzentrum durch kräftiger ausgeformte Saalvolumen, insbesondere den skulpturalen Kammersaal, akzentuiert wird. In ihrer Volumenbildung bleibt die Differenz sichtbar: großmaßstäbliche Saalkörper beim Kulturzentrum, ein strenges modulares Raster beim Rathaus. 

Mit seiner hochflexiblen Bühnen- und Raumtechnik reagiert das Kulturzentrum auf unterschiedliche kulturelle Szenarien: Konzerte, Theater, Film, Tanz, Bankette oder Open‑Air‑Formate. Klapptribünen, mobile Bühnenteile und Öffnungen zur Außenbühne ermöglichen vielseitige Nutzungsvarianten. Auch das Rathaus folgt dem Prinzip des modularen Denkens: Arbeitsbereiche lassen sich in verschiedenen Rasterlogiken konfigurieren, Sitzungsräume verbinden beide Gebäudeteile, und transparente Übergänge sorgen für Offenheit und Zugänglichkeit im Bürgerservice.  

Projekt
Kulturzentrum und Rathaus
Ort
Piaseczno
Auftraggeber
Stadt und Gemeinde Piaseczno
Partner
ARGE HPP Architekten und JSK Architekci
BGF
13.000 m²
Wettbewerb
2024
Nutzung
Kulturzentrum mit Multifunktionssaal, Kammersaal, Ateliers, Gastronomie, Außenbühne