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Revitalisierung und Erweiterung Kongresshalle am Zoo Leipzig

Mit altem Charme zu neuem Glanz

Die Revitalisierung der Kongresshalle Leipzig verbindet die denkmalgerechte Wiederherstellung historischer Säle mit der Ergänzung neuer Veranstaltungsräume. In zwei Bauabschnitten entstand ein Ensemble, das Geschichte bewahrt und zugleich neue Nutzung ermöglicht. Heute stehen 14 Räume für Kongresse, Kultur und Gastronomie zur Verfügung, betrieben durch die Leipziger Messe. Der Palmensaal ergänzt das Angebot als Restaurant für den Zoo.

Revitalisierung und Erweiterung mit komplexer denkmalpflegerischer Planung


20 Jahre Leerstand vor der Reaktivierung


14 Veranstaltungsräume für Kongresse, Kultur und Gastronomie


5 Säle im neuen Nordflügel als zeitgemäße Neuinterpretation ergänzt


9 Säle denkmalgerecht saniert: Jugendstil, Art Déco, Neuzeit nach 1946

Die Kongresshalle wurde 1900 als Gesellschaftshaus des Zoologischen Gartens eröffnet. Sie war über Jahrzehnte ein Ort für Begegnung, Austausch und kulturelle Vielfalt. Nach den provisorischen Reparaturen der Kriegsschäden nach dem 2. Weltkrieg blieb das Haus sanierungsbedürftig und stand nach einem Brand 1989 einige Jahre leer. 2009 entschied sich die Stadt Leipzig, gemeinsam mit dem Zoo Leipzig und der Leipziger Messe, für eine umfassende Sanierung. Ziel war es, das historische Ensemble als zeitgemäßen Veranstaltungsort neu zu etablieren.

Der neue Nordflügel als bauliche Erweiterung der Kongresshalle legt sich wie eine Klammer um die beiden historischen Baukörper. Der denkmalgeschützte Hauptbau bleibt in seiner Kubatur vollständig erhalten und klar ablesbar. Sichtbeton und Glas prägen die Neubaufassaden und schaffen zugleich durch gestalterische Details sowie klare Sichtbezüge eine Verbindung zum Bestand. Die neue Architektur tritt bewusst zurück, rahmt das Bestehende und stärkt dessen Präsenz im Stadtraum.

Der neue Telemannsaal bildet das Bindeglied zwischen den historischen Hauptbaukörpern im sogenannten Konzertgarten. Der Abschluss wird durch den Palmensaal gebildet. Die neuen Fassaden aus überlagerten Spitzbögen greifen historische Motive auf und interpretieren sie in einer klaren zeitgemäßen Architektursprache.

Die Revitalisierung der Kongresshalle erforderte einen sensiblen Umgang mit einer komplexen Bausubstanz. Über Jahrzehnte hinweg überformt, vereinte das Gebäude unterschiedlichste Zeitschichten seit der Gründerzeit. Die Herausforderung bestand darin, diese historischen Spuren nicht zu glätten, sondern gestalterisch zu integrieren. Restauratorische Entscheidungen wurden Raum für Raum getroffen: Welche Zeitschicht bleibt sichtbar, welche wird rekonstruiert, welche tritt zurück?

Die zusätzlichen Flächen erweitern nicht nur das Raumangebot, sondern auch das Spektrum möglicher Nutzungsformate, von Konferenzen über kulturelle Veranstaltungen bis hin zur gastronomischen Nutzung. Die Kongresshalle ist heute mehr als ein Veranstaltungsort: Sie ist ein Ort des Austauschs, der Teilhabe und der Begegnung. Die Verbindung von historischer Substanz und zeitgenössischer Architektur schafft ein Umfeld, das lokal verankert und international anschlussfähig ist.

Projekt
Revitalisierung und Erweiterung Kongresshalle am Zoo
Ort
Leipzig
Auftraggeber
Zoo Leipzig GmbH
BGF
21.170 m²
Leistungen
Generalplanung, Architektur, Revitalisierung
Revitalisierung
2015
Nutzung
Kongresszentrum, Gastronomie
Auszeichnungen
Architekturpreis der Stadt Leipzig 2015 Lobende Erwähnung, German Architects Bau des Jahres 2016