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Entwurf und Revitalisierung einer Düsseldorfer Ikone

Dreischeibenhaus

Bauherr: Phönix-Rheinrohr AG / Bauherr Revitalisierung: Dreischeibenhaus GmbH + Co. KG / Standort: Düsseldorf / BGF: 35.000 m² / Fertigstellung: 1960
Revitalisierung: 1994, 2015 / Auszeichnung: MIPIM Award 2015 "Best Refurbished Building", Auszeichnung vorbildlicher Bauten in NRW 2015
Green Building: Leed Gold

Leistungen: Architektur, Revitalisierung

HPP modernisiert HPP
Mit zeichenhaftem Charakter erfüllt das Dreischeibenhaus bis heute seine kommunikative, städtebauliche Funktion und ist als Solitär zwischen Hofgarten und Schauspielhaus ein bedeutendes Architekturzeugnis. Nach einer bewegenden Geschichte über die letzten 50 Jahre hinweg erstrahlt das deutschlandweit bekannte Dreischeibenhaus in Düsseldorf seit 2015 in neuem Glanz.

„Das Dreischeibenhaus begründete 1960 das internationale Renommée von HPP und manifestiert seither unsere Auffassung von werthaltiger Architektur.“

Joachim H. Faust, Senior Partner HPP

Unsere Ikone der Nachkriegszeit

Der von Helmut Hentrich und Hubert Petschnigg für die Phönix-Rheinrohr AG (ab 1964 Thyssen) errichtete Verwaltungsbau gilt als eine der Ikonen der deutschen Nachkriegsarchitektur.

Markantes Ergebnis der Konzeption waren die drei gegeneinander versetzten schmalen Scheiben, von denen die mittlere mit circa 96 Metern Höhe die beiden äußeren um drei Geschosse überragt. Dieser Gliederung verdankt das Gebäude auch seinen Namen.

Fassade
Die betont einfache und klare Glas-Aluminium-Vorhangfassade („Curtain-Wall“) und die edelstahlverkleideten Kopfseiten sorgen für Strahlkraft weit über die Stadtgrenzen Düsseldorfs hinaus.

Eine Stahlskelettbaukonstruktion dieser Art hatte es in Europa zu dieser Zeit nicht gegeben.

1960 wurde es nach nur dreijähriger Bauzeit fertiggestellt. Noch fünfzig Jahre nach Fertigstellung markiert das Dreischeibenhaus eine der architektonischen Glanzleistungen von HPP. 1988 wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt, da es ein Vorreiter für spätere Bauten war. 

Revitalisierung des Dreischeibenhauses

Bis 2010 durch ThyssenKrupp als Konzernzentrale genutzt, stand das Haus nach deren Auszug zunächst leer. 2011 erwarben die MOMENI Gruppe und Black Horse Investments das denkmalgeschützte Gebäude und beauftragten HPP Architekten – als Urheber – mit der Modernisierung.

„Durch die eigene Urheberschaft können wir auf ein umfangreiches Archiv zurückgreifen. Damit können wir Originalzustände – falls gewollt – authentisch wiederherstellen.“

Claudia Roggenkämper, Partnerin HPP

Fassade
Die Curtain-Wall-Fassade wurde energetisch ertüchtigt, indem in den Bürobereichen geschossweise eine zusätzliche Primärfassade von innen eingesetzt wurde. Die äußere tragende Fassadenkonstruktion inklusive des Brüstungselements blieb unangetastet. Nur die Verglasung wurde durch Prallscheiben ersetzt. Die dahinterliegenden Fenster der Primärfassade sind manuell öffenbar und erlauben somit die windgeschützte Be- und Entlüftung der Büroräume. Im Fassadenzwischenraum montiert, wirkt der Sonnenschutz wie außen liegend. 

In der Fernwirkung bleibt so das bekannte Bild mit geöffneten bzw. geschlossenen Sonnenschutzlamellen bestehen. Die gekanteten Edelstahlflächen der Stirnfassaden wurden gereinigt und konnten aufgrund der Dauerhaftigkeit des Materials ebenfalls erhalten werden. 

Heute eine der höchsten nutzbaren Dachterrassen Düsseldorfs

Neben den Maßnahmen an der Fassade sind insbesondere die Erneuerung von Haustechnik und Brandschutz zu nennen. Erstere wurde mit dem Ergebnis eines Flächenzugewinns von rund 1.200 m² dezentralisiert. 
Dank mehrerer Brandschutzvorhänge und eines zusätzlichen Notausganges, konnte das denkmalgeschützte Foyer im Originalzustand bewahrt werden.

Lobby Dreischeibenhaus Düsseldorf

Von der Single-Tenant- zur Multi-Tenant-Nutzung
Alle Büroetagen wurden für eine flexible Neuvermietung modernisiert, so dass bis zu zwei Mieteinheiten pro Geschoss realisierbar sind. Der Ausbau sowie die Gestaltung der Innenräume oblag den Mietern und wurde in Teilen mit Referenzen an das Haus, wie etwa mit der Verwendung des tauerngrünen Marmorbodens oder der Verkleidung des Erschließungskerns mit Edelstahlblechen, realisiert. 

Weitere Sanierungsmaßnahmen fielen in den Untergeschossen sowie der Tiefgarage an, die jetzt an den städtischen Straßentunnel angeschlossen ist. Auf den Dachflächen der äußeren Scheiben sind zwei neue Terrassen entstanden.

MIPIM Award 2015 in der Kategorie „best refurbished building“ 
Die Modernisierung des Düsseldorfer Wahrzeichens erhielt 2015 den MIPIM Award in der Kategorie „best refurbished building“. Im Rahmen der Immobilienmesse MIPIM in Cannes verliehen, zählen die MIPIM Awards zu den weltweit wichtigsten Auszeichnungen der Branche. Die elfköpfige Jury, besetzt u.a. mit den Architekten Kengo Kuma und Dominique Perrault, sowie die MIPIM-Besucher stimmten zu gleichen Teilen für das Dreischeibenhaus, welches sich gegen drei weitere Finalisten, darunter die National-Bibliothek in Riyadh, durchsetzen konnte.

"Denkmalschutz ist die Notwendigkeit, die Qualität der Architektur des Bestandes zur verstehen. Daraus entsteht die Fähigkeit, in ihrem Sinne weiterzubauen."

Joachim H. Faust, Senior Partner HPP

Nicht zeitlos, sondern dauerhaft zeitgemäß
Unser Streben nach typologischer Klarheit, nach Integrität von Detail und Material und unser Ziel, jedes Bauwerk zu einem Unikat zu machen konnten wir im Dreischeibenhaus verwirklichen. Von außen verkörpert das Gebäude weiter den ursprünglichen Entwurf, künftige Mieter erhalten aber den zeitgemäßen Komfort.

Die Baubeschreibung im Detail

Wir modernisierten das Dreischeibenhaus und passten es den heutigen Bedürfnissen an Vermietbarkeit an.

In der Bestandsaufnahme 2010 untersuchten wir die Stärken und Schwächen des damaligen Zustands. In bester Innenstadtlage Düsseldorfs war und ist das Dreischeibenhaus eine denkmalgeschützte Hochhausikone. Hohe Betriebs- und Energiekosten, unkomfortables Raumklima, kein wirksamer Sonnenschutz, keine öffenbaren Fenster, Sicherheitsmängel im Brandschutz, in Teilbereichen unzeitgemäße Innengestaltung und ein nicht ausreichendes Nutzungsangebot definierten vor der Revitalisierung allerdings seine Schwächen.

Zielforderungen                    

  • Architektur: denkmalgerecht, frisch/neu                   
  • Fassade: öffenbare Fenster        
  • Energie: reduzierter Primärenergiebedarf     
  • Haustechnik: dezentral komplett neu        
  • Bauphysik: Höchststandard    
  • Brandschutz: Höchststandard                       
  • Tragwerk: standsicher        
  • Nutzungsstruktur: hochflexibel, kommunikativ                                    
  • Innenarchitektur: neu, frisch, variabel    
  • Kosten: budgetgerecht    
     
  • Die denkmalgeschützte Fassade wurde energetisch ertüchtigt und in den Bürobereichen geschossweise als 2-schalige Fassade mit öffenbaren Fenstern ausgeführt.
  • Die äußeren Fassadentragkonstruktionen, inkl. des Brüstungselements blieben unangetastet. Die vorhandene Fensterverglasung wurde ersetzt durch eine Prallscheibe, die am unteren und oberen Rand einen ca. 12 cm großen Abstand zum Rahmen hat. 
  • Von Innen wurde eine zweite sogenannte Primärfassade montiert. Die neue Primärfassade ist durchgehend von Rohfußboden zu Rohdecke montiert.
  • Das Fenster der Primärfassade ist öffenbar und erlaubt somit aus dem Fassadenzwischenraum die windgeschützte Be- und Entlüftung der Büroräume. Die innenliegende Brüstung der Primärfassade ist als Paneel ausgebildet, welches auf der Raumseite mit einer zur Rahmenkonstruktion ebenengleichen Glasfüllung versehen ist.
  • Der Sonnenschutz wird im Fassadenzwischenraum, ca. 95 mm hinter der äußeren Prallscheibe, elektrisch bedienbar mit 50 mm Alulamellen gemäß dem ursprünglichen Bestand montiert. Da der Sonnenschutz im Fassadenzwischenraum, also vor der neuen Primärfassade liegt, wirkt er physikalisch wie ein außen liegender Sonnenschutz. Optisch nach außen bleibt das variantenreiche Bild der Fassade mit geöffneten bzw. geschlossenen Sonnenschutzlamellen erhalten.
  • Die Stirnfassaden mit den gekanteten Edelstahlflächen wurden gereinigt und bleiben aufgrund der Dauerhaftigkeit des Materials im Urzustand erhalten.
  • Die unter Denkmalschutz stehende Eingangshalle wurde in allen raumbegrenzenden Bauteilen gemäß dem ursprünglichen Zustand überarbeitet. 
  • Die deutlich erkennbaren Konstruktionselemente des Hochhauses in der verglasten Eingangshalle mit den tragenden Kernen, mit den Windverbänden, den Stützen und teilweise frei geführten Versorgungsleitungen wurden farblich und materialgetreu gemäß der ursprünglichen Gestaltung behandelt. Modernste Brandschutzanforderungen werden erfüllt.
     
  • Alle Büroetagen inkl. der erdgeschossigen Nutzungsmöglichkeiten und des Zwischengeschosses wurden für eine Neuvermietung modernisiert und entsprechend den Mieteranforderungen gestaltet. 
  • Die Decken wurden als glatte bzw. akustisch gelochte abgehängte Decken neu eingebaut.
  • Die Aufteilung der Büroräume kann aufgrund der Regelung des Brandschutzgutachtens als Einzelbüro, Kombibüro oder Gruppenraum gestaltet werden.
  • Die Dachflächen über dem 21. Obergeschoss werden für Mieter und Events als Dachterrassen gestaltet. 
  • Die ehemals als Techniketagen genutzten Geschosse im 23. und 24. OG konnten in Büroflächen transformiert werden.
  • Die als Garage genutzten Untergeschosse werden optisch und technisch überarbeitet und entsprechend der Anforderungen modernisiert.
  • Die Garagenzufahrt wurde in enger Abstimmung mit dem Amt für Verkehrsmanagement neu konzipiert. 
     

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